ePortfolios im praktischen Einsatz

Dezember 19, 2006

Welche Idee steht hinter dem Konzept „ePortfolio“?

Portfolios sind Sammelmappen, die schon seit der Renaissance von Künstlern genutzt werden um sich bei Akademien zu bewerben. Diese persönlichen „Bewerbungsmappen“ dokumentieren die Entwicklung einer Arbeit und spiegeln den Arbeitsstil und die Qualität der Arbeit wieder. (vgl. Klampfer 2005: 4) Mitte der 1980er Jahre bekamen die Portfolios in der pädagogoischen Praxis immer mehr Aufmerksamkeit. Sie dienen heute als Lehr-/Lern- und Beurteilungsinstrument. (vgl. ebd.)

ePortfolio ist eine digitale Sammlung von

„mit Geschick gemachten Arbeiten einer Person, die dadurch das Produkt und den Prozess ihrer Kompetenzentwicklung in einer bestimmten Zeitspanne und für bestimmte Zwecke dokumentieren und veranschaulichen möchte. Die betreffende Person hat die Auswahl der Artefakte selbständig getroffen, und diese in Bezug auf das Lernziel selbst organisiert. Sie (Er) hat als Eigentümer(in) die komplette Kontrolle darüber, wer, wann und wie viel Information aus dem Portfolio einsehen darf.“
(Schaffert 2006: 10)

Die grundlegende Idee hinter dem Konzept des ePortfolios ist die des selbständigen Lernens oder des Lernen lernens. Mit Hilfe von Welblogs und ePortfolios kann durch ein vernetztes System der Lernprozess im Gesammten dargestellt werden.

Was könnte die Motivation der EU sein, bis 2010 jedem EU-Bürger ein ePortfolio zur Verfügung zu stellen? Ist das eine sinnvolle Idee?

Da in den letzten Jahren im Lehr- und Lernprozess ePortfolios stark an Bedeutung gewonnen hat die Europäische Union die Initiative „Objective 2010 – ePortfolio for all“ in Leben gerufen. Damit soll versucht werden bis 2010 jedem Bürger der EU ein ePortfolio mit Europass und Sprachenpass zu Verfügung zu stellen. (vgl. Klampfer 2005: 3)

Die Vorteile für eine allgemeine Verbreitung von ePortfolios sieht die EU darin, dass jeder Bürger damit seine Fähigkeiten wie Sammeln, Organisieren, Interpretieren und Reflektieren von Dokumenten und Informationsquellen in seinem persönlichen Portfolio demonstrieren kann.(vgl. ebd.)

Im Sinne des Lebenslangen Lernens ist dies sicher ein gute Möglichkeit. Außerdem kann somit jeder selbständig eine Art persönliche Bewerbungsmappe erstelle. Durch denn immer größeren Konkurrenzkampf am Arbeitsmark wäre dies eine Option um beruflich voran zu kommen. Allerdings denke ich, dass nicht jeder diese Möglichkeit wahrnehmen kann bzw. wird. Schließlich setzt das Anwenden von ePortfolios ein gewisses Grundwissen voraus und dies ist nicht bei jedem Bürger der Fall, da die soziale Situation und die Bildung eine bedeutende Rolle spielen.

Was ist das „eigentliche Neue“ an ePortfolios?

Das eigentlich Neue ist der schnelle Austauch zwischen einzelnen ePortfolios, sowie die Verlinkung zwischen Internetseiten. Durch Funktionen, wie zum Beispiel Trackback ist eine rasche Kommentierung der Beiträge möglich. Durch das Internet hat man die Möglichkeit immer auf den laufenden Stand zu sein. Vernetztes Denken ist erst heute in der der Zeit der Kommunikations- und Informationsgesellschaft notwendig. ePortfolios unterstützen dieses Denken und stellen damit ein Werkzeug zur Darstellung der eigenen Kompetenzen dar.

Sind ePortfolios als Begleiterscheinung eines allgemeinen Veränderungsprozesses zu sehen oder „einfach nur ein neues Werk-/Spielzeug“?

Allerdings sind ePortfolios nicht nur Werkzeuge, sonder sind schon mehr oder weniger aus den gesellschaftlichen und technischen Veränderungen entstanden. Natürlich stellt sich hier die Frage ob man diese Entwicklung gesellschafts- oder technikdeterministisch sehen kann. Ich denke dass die Gesellschaft der Hauptgrund ist warum neue Technik entsteht und somit sind für mich auch die ePortfolios aus dem Bedarf der Gesellschaft nach neuen Lernmöglichkeiten entstanden und mit Hilfe der Technik in die Realität umgesetzt worden.

In welche Arten oder Anwendungsformen lassen sich ePortfolios einteilen?

  •  Vorzeigeportfolios: enthält meistens bedeutsame Arbeiten eines Lernenden, dokumentiert Arbeiten aus einem längeren Zeitraum
  • Arbeitsportfolio: stellt eine Sammlung zu einem bestimmten Lerngegenstand oder Thema dar
  • Beurteilungsportfolio: soll zeigen, was ein Schüler gelernt hat und dient der Leistungsmessung und der Notengebung
  • Entwicklungsportfolio: soll einen Lernprozell dokumentieren
  • Bewerbungsportfolio: dient zur Dokumentation der bereits erreichten Leistun; beinhaltet zB Lebenslauf, Zertifikate, Kursbelege, Empfehlungsschreiben, Arbeite

Quellen: Klampfer, Alfred (2005): Virtuelle Portfolios im Bildungsbereich.

Schaffert, Sandra (2006): E-Portfolio. Möglichkeiten und Herausforderungen. Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH: Salzburg.

Entry Filed under: eStudy Skills. .

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